Infoanlass: Verkehr im Seetal / in Eschenbach

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Neben Regierungsrat und Baudirektor Robert Küng, fanden am 21. April auch erfreulich viele Eschenbacherinnen und Eschenbacher den Weg in den Mehrzweckraum Neuheim. Die CVP und FDP hatten zu einer überparteilichen Inforveranstaltung eingeladen mit dem Ziel, dem Regierungsrat zum Thema “Verkehrssituation im Seetal/in Eschenbach” Klartext zu entlocken.

pf. Und ziemlich klar fielen Küngs Statements dann auch aus: Bei allem Verständnis und aller Sympathie für die von Gemeindeammann Markus Kronenberg vorgetragenen Sorgen und Anliegen der Eschenbacherinnen und Eschenbacher, wies er darauf hin, dass Eschenbach mit der täglichen Belastung von rund 16’000 Fahrzeugen gerade mal im guten Luzerner Durschnitt liegt.

Unser Feierabendstau – ein Luxusproblem?
Der Kanton müsse – auch aufgrund der auferlegten Sparmassnahmen – seine Fokus aus die wirklich neuralgischen Punkte legen: Bei einer bis 2030 zu erwartenden Verkehrszunahme von 20 % geniessen Themen wie der (Berufs-)Verkehr in Richtung Sursee bzw. Zug/Zürich, der drohende Kollaps in der Stadt und Agglo Luzern sowie das Projekt Seetalplatz deutlich höhere Priorität als die Förderung der Lebensqualität entlang der Verkehrsachsen in einzelnen Gemeinden. Dazu komme, dass der Oberseetaler Berufsverkehrstau “nur” zu Spitzenzeiten bestehe und selbst dann auch noch mit der subjektiven Wahrnehmung zu tun habe (und tatsächlich: 2 Minuten im Stau nerven doch immer dann besonders, wenn man z. B. zu spät aufgestanden ist).

Überregionale statt kommunale Lösungen
Auch eine “eigene” kleine Umfahrung um eine Gemeinde oder Tempo-30-Zonen auf der Luzern-/Seetalstrasse politisch nicht denkbar, hat doch die Regierung den Auftrag, die Kapazitäten zu erhöhen – und zwar möglichst auf der bestehenden Infrastruktur. Genau deshalb sei auch die Erschliessung der geplanten “Überbauung Oberdorf” über die Kantonsstrasse äusserst problematisch. Die Regierung sieht die mittel- bis langfristige Lösung unserer Verkehrsprobleme in überregionalen bzw. sogar interkantonalen Gesamtkonzepten.

Immerhin: Ein gelber Lichtschimmer am ÖV-Himmel
Zu diesen aus kantonaler Sicht nachvollziehbaren, aus lokaler Sicht jedoch eher ernüchternden Aussagen, stellte der Regierungsrat doch auch Erfreulicheres in Aussicht: So werden im ÖV derzeit Erweiterungen geprüft – z. B. der Ausbau der Postauto-Linie nach Rotkreuz oder eine Kurserweiterung nach Ebikon. Die Einführung des ¼-Stunden-Takts für die Seetalbahn ist zwar vorgesehen, jedoch von der Realisation des Tiefenbahnhofs in Luzern abhängig.

Verkehr im Seetal

v.l. Markus Kronenberg, Robert Küng, Josef Wyss

Wo ein Kredit ist, ist auch ein Weg – oder sogar ein Kreisel?
Wenn nun auch das Talstrassenbudget nach deren Ablehnung nicht – wie aus der Versammlung gefordert – 1:1 in die Umsetzung von lokalen Verbesserungsmassnahmen fliessen kann (warum eigentlich nicht?), so stehen doch 1.8 Millionen bereit, um immerhin den Einmünder vor dem Kloster zu optimieren – dabei ist ein Kreisel aber nur eine von mehreren Optionen.

Warten und hoffen? Besser nicht.
Bei allem Verständnis für die nüchterne Sicht aufs Ganze, die man von einer Regierung ja auch erwartet, bleibt für uns “Lokale” der fahle Beigeschmack, dass vor lauter langfristiger Planung (aufgrund von Hochrechnungen mit Daten aus der Vergangenheit) womöglich das Hier und Jetzt etwas auf der Strecke bleibt.

Dass der Regierungsrat trotz seinen klaren Ansagen gleichzeitig auch deutlich signalisiert hat, dass man im Gespräch zwischen Gemeinden und Kanton nach zumutbaren Lösungen strebt, ist ein schönes Beispiel für unsere politische Konsenskultur. Gleichzeitig impliziert dies jedoch auch, dass am Schluss jene das Nachsehen haben werden, die nicht rechtzeitig oder nicht clever genug verhandelt haben.

Der erste Schritt beginnt vor der eigenen Haustüre
Insofern ist unser Gemeinderat einmal mehr gefordert, hier entschlossen für die Eschenbacher Interessen einzustehen. Auf die Unterstützung der Eschenbacher Parteien kann er dabei jedenfalls zählen.

Gefordert sind wir schlussendlich aber alle, unser eigenes Verhalten zu hinterfragen, womöglich den Umgang mit unseren Fahrzeugen zu überdenken und mit alternativen Möglichkeiten zu ergänzen und zu optimieren.

Eine attraktive Lösung für intelligente Mobilität hat die Gemeinde Eschenbach (übrigens auf Initiative der CVP) mit Mobility ja schon im Angebot. Haben Sie weitere Ideen, wie wir in Eschenbach noch intelligenter mobil sein könnten? Schreiben Sie uns auf kommunikation@cvp-eschenbach.ch oder wenden Sie sich an ein Vorstandsmitglied.

Vorstand CVP Eschenbach

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