CVP 60+ Wahlkreis Hochdorf – Aufklären statt verklären

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ESCHENBACH Zehn Kandidierende der CVP und JCVP für den Nationalrat präsentierten sich in einer witzigen Gesprächsrunde den CVP-Senioren. Über Sinn und Missbrauch von Gedenkjahren dachte in einem spannenden Referat der Historiker Paul Rosenkranz nach.

Nach längerer Pause lud die CVP 60plus, Wahlkreis Hochdorf, zu einem öffentlichen Begegnungsanlass nach Eschenbach ein. Tagespräsident Josef Bucher konnte am vergangenen Mittwoch eine stattliche Schar interessierter Zuhörerinnen und Zuhörer im Schulhaus Neuheim willkommen heissen. Im ersten Teil der Veranstaltung setzte sich der bekannte Historiker und Autor Paul Rosenkranz, Horw, kenntnisreich und humorvoll mit der aktuellen Frage „Gedenktage – ein Grund zum Feiern?“ auseinander. In Anspielung auf die Tendenz der Politik, Ereignisse hochzuspielen, stellte er fest: „Nicht Verklärung, sondern Aufklärung ist die Aufgabe der Historiker.“

1415 wird unterschätzt

Im Geschichtsjahr 2015 häufen sich die Gedenkjahre. Dabei ist aber 1415 in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund geraten. „Zu Unrecht“, sagt Paul Rosenkranz. Die Eroberung des Aargaus sei nämlich „das wichtigste gemeinsame Projekt der jungen Eidgenossenschaft“ gewesen, die erst im 15. Jahrhundert greifbare Gestalt annahm. Die damals eroberten, ehemals habsburgischen Gebiete, namentlich im Aargau, „bildeten dabei das verbindende Element“. Und der Kanton Luzern schuf sich mit dem Zugewinn von Sursee und dem Michelsamt mehr oder weniger sein heutiges Territorium.

Schlüsseljahr 1815

Demgegenüber wird die Bedeutung von Marignano 1515 nach Auffassung von Paul Rosenkranz „überschätzt und politisch instrumentalisiert“. Von einem „Wendepunkt zur Neutralität“ könne sicher nicht die Rede sein. Das auf Marignano folgende Abseitsstehen der Eidgenossen sei nicht jener Niederlage, sondern dem tiefen konfessionellen Graben zwischen den eidgenössischen Ständen zuzuschreiben. Diese seien jedoch durch ihre Soldabkommen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Abhängigkeit von den führenden europäischen Staaten verharrt. Der eigentliche Durchbruch zur international anerkannten Neutralität fand erst im Schlüsseljahr 1815 statt – weil diese den strategischen Interessen der europäischen Grossmächte entgegenkam. Paul Rosenkranz

Witzig und prägnant

Nach dieser spannenden Geschichtslektion kehrte mit der Präsentation der Kandidierenden für den Nationalrat definitiv der politische Alltag in den Saal zurück. Kantonsrat Adrian Bühler, Kantonsrat, Eschenbach, verstand es als Gesprächsleiter auf witzige Art, in drei Staffeln die zehn anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten der CVP und JCVP zu prägnanten persönlichen Aussagen zu bewegen. Mit von der Partie waren auch Kandidierende aus unserer Region: Ottilia Scherer, Hitzkirch, und Jean-Pascal Ammann (JCVP), Emmen. In einem rhetorischen Schlussbukett rief der Präsident der kantonalen CVP, Pirmin Jung, Eschenbach, die Anwesenden auf, die bevorstehenden eidgenössischen Wahlen zur politischen Mitbestimmung zu nutzen. HM

Bildlegende: Gesprächsleiter Adrian Bühler (zweiter von rechts) lockte die Kandidierenden aus der Reserve: (von links) Beat Leu, Priska Wismer-Felder und Peter Zurkirchen.

Kategorie: Abstimmungen & Wahlen, Anlässe | Kommentar schreiben

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